in case of loss

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a poem a day
glühwürmchen

(…) , poet Phillippa Yaa De Villiers posted yesterday on Social Media, as if she knew: that we face loss this summer, we breathe absence and we touch the cold cheek of our beloved again and again to affirm the unbelievable; we stroke the hair while searching for the difference. As if she knew, the poet wrote:

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In case of loss

In case of loss please return
to your bed. Sit quietly
and let the void 
swallow you up.
Do not attempt to replace
the irreplaceable.

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And she knows.

what love does.

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erlebt, ehrlich wahr

In Defence Of Adultery
by Julia Copus

We don’t fall in love: it rises through us
the way that certain music does –
whether a symphony or ballad –
and it is sepia-coloured,
like spilt tea that inches up
the tiny tube-like gaps inside
a cube of sugar lying by a cup.
Yes, love’s like that: just when we least
needed or expected it
a part of us dips into it
by chance or mishap and it seeps
through our capillaries, it clings
inside the chambers of the heart.
We’re victims, we say: mere vessels,
drinking the vanilla scent
of this one’s skin, the lustre
of another’s eyes so skilfully
darkened with bistre. And whatever
damage might result we’re not
to blame for it: love is an autocrat
and won’t be disobeyed. 

 

http://peelsofpoetry.tumblr.com/post/75738394856/in-defence-of-adultery-by-julia-copus-we-dont
Sometimes we manage
to convince ourselves of that.

trakl: sommer.

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erlebt, ehrlich wahr

Georg Trakl:

Sommer

Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub
der Kastanie.
Auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze
im dunklen Zimmer;
eine silberne Hand
löschte sie aus;

windstille, sternlose Nacht.

galant, galant.

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a poem a day / aus der welt gefallene worte

“(,,,) Schau ich dein helles Antlitz an,
So fühl ich, was der Himmel kan
Und wünsch auf deiner Brust verparadiest zu leben.”

Chr H von Hoffmanswaldau. 

 

Vollständig:

Ist denn dein Hertze gar erfroren?

   Ist denn dein Hertze gar erfroren?
Bist du aus Schnee und Eiß geboren?
Hörst du mein Seuffzen nicht
Und was mein Unmuth spricht?
Soll ich dich Göttin nennen?
So nimm des Himmels Wehmuth an,
Der leichtlich sich erbarmen kan
Und uns nicht ewig läst in Hoffnungs-Flammen brennen.

Des Blutes Regung zu vermeiden
Und gantz von Fleisch und Blut zu scheiden,
Ist nirgends ein Gebot
Es heissets auch nicht Gott;
Sich selber zu verlassen
Ist eine Flucht, so sträfflich ist,
Und wer ihm solche Bahn erkiest,
Den muß die Menschlichkeit als einen Unmensch hassen.

Du kanst ja deiner nicht geniessen,
Kein Mund weiß selber sich zu küssen.
Der Schnee auf deiner Brust
Bringt dir geringe Lust.
Die fleischichten Granaten
Seynd nicht allein vor dich erdacht
Kein Mensch ist vor sich selbst gemacht;
Es weiß der klügste Geist ihm hier nicht recht zu rathen.

Die Rose suchet ihr Verderben,
Die auff dem Stocke wünscht zu sterben
Und nur ihr gantz allein
Meynt angetraut zu seyn.
Wilst du dich selbst begraben?
Wer sich in sich umsonst verzehrt,
Ist warlich seiner selbst nicht werth
Und muß der Thorheit Schild an seiner Grabstatt haben.

Bezwinge weißlich dein Gemüthe
Und folge zeitlich dem Geblüte,
Darein im Paradieß
Gott selber Funcken bließ;
Wer kan ihm widerstreben?
Schau ich dein helles Antlitz an,
So fühl ich, was der Himmel kan
Und wünsch auf deiner Brust verparadiest zu leben.”

Christian Hofmann von Hoffmannswaldau

four women.

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erlebt, ehrlich wahr

the endlessly great nina simone with her track “four women”. which stirred a controversy – as being reproducing stereotypes. she said: nonsense (simone/hall 1991: 117). today, “four women” inspires a paper entitled “four women”: dreaming tracks of connection”. about four women in sophiatown, living from the 19th to the 21st century. it’s a good night to get done with it.

Screenshot Nina Simone performing Four Women at Harlem Cultural Festival 1969

letters.

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art & stuff / bekanntschaften
miller nin

miller nin

 

holidays with books. lover elsewhere. but lovers present. love present.

bliss and happiness and the sincerity and beauty of your handwriting next to me.

 

 

The dead writers:

Miller to Nin: “Come quickly then and screw me. Shoot with me. Wrap your legs around me. Warm me.” (Miller to Nin, beginning of spring 1932)

Nin to Miller: “Things I forgot to tell you: (…) That I love you, and that when I awake in the morning I use my intelligence to discover more ways of appreciating you.” (June, 1932)

feverish love, also for one woman in their middle.

and within their elaborate love letters admiration for antidemocrats like spengler (who met with hitler in bayreuth, where else, in 1933, refused him, fell for mussolini). crude, but in a sense logic, fusion of attraction to radical and racist, also sexist thoughts with high praise for tender literature. how does all that go together? where is the link of ‘belesenheit’ and conservatism? how could chamberlain read a lot of the world’s literature and still produce destructive and influential thoughts on paper?  is it naive to believe in a potential goodness coming from phantasy?

and the writers of these beautiful, wild letters? both of them children of their time? but they should have been visionary, they were in some respects, in a lot of them not.

(feverish love, your absence.)

auf der anderen seite.

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bekanntschaften / c'est: oberfranken
nicole

herr frieden zieht die waren übers band, geübt macht er das, es piept und piept fröhlich; nichts staut, alle lächeln, es ist advent.  herr frieden macht das tagein, tagaus, ankunft von irgendwem hin oder her; und oft lächelt er mich wissend an, ganz so, als teile er den hinterhof meines unsteten lebenswandels: die unwillig erworbenen, weil geschmacklos dekorierten sondersparpack-küchenpapierrollen, meine mich dem skorbut beharrlich näherbringende spätabendernährung, die dem selbstbild von kochfreundigem jungding mit aufregendem leben und weißwein in der hand im wege steht; meine vorliebe für heiße schokolade aus zuckerfarbmischungen und für herb riechende deodorants in dunklen fläschchen. herr frieden lächelt das jahr über durch, sommers wie winters, aber heute lächelte er fast verschmitzt, als könne er meine gedanken lesen: die kleinkindhafte freude am überraschend dank herrn friedens handgriff nun erworbenen, geschmackvoll dezent dekorierten halsumschlung für die großmutter, in einem ihr phantastisch schmeichelnden rosé. vielleicht aber auch nur, weil der rest der bandauflage aus dem gewohnten, oben genannten besteht. oder wie? herr frieden, i salute you, ganzjährig, weil ich gleichermaßen vermute & mir ihr leben ausmale, auf ihrer seite;  und weil ich weiß, dass sie jeden tag ihr bisschen frieden deklarieren, auszeichnen, verteilen, in tüten packen; für nichts als ein lächeln. zurück.

nicole