heute herrlich!

  • nachts fußunsicher in den wohnraum stolpern, den fernseher einschalten, eine dokumentation über kamele auf der schwäbischen alb entdecken und selig sein, selig! so wenig nur…

  • mal wieder huysmans “gegen den strich” lesen:
    “Wirklich: er litt beim Anblick bestimmter Physiognomien, er betrachtete die väterliche oder abstoßende Miene mancher Gesichter fast als eine Beleidigung, er verspürte Lust, den mit gelehrter Miene und geschlossenen Augenlidern flanierenden Herrn oder diesen anderen, der sich, auf seinen Absätzen wippend, vor den Spiegeln zulächelte, zu ohrfeigen, aber auch jenen, der ganze Gedankenwelten in seinem Kopf zu bewegen schien und dabei doch nur mit zusammengezogenen Brauen Butterbrote und die Rubrik Vermischtes in der Zeitung verschlang”

  • an der supermarktkasse das hin und her beobachten, dass das in die zeitschrift “auto bild” gestopfte und von der kassiererin entdeckte schäbig-pornographische blatt “supersüße dinger” auslöst. den roten kopf der täterin, einer schwäbin in ihren späten fünfzigern, ihr fahriges nesteln am titelbild des blattes, das gestammelte “ich habe das nicht gesehen”.
  • sich im elend suhlen und dabei schauen, ob das haar noch sitzt.
  • meinen großvater so unendlich gern haben, weil er das schöne dialektbruchstück “hierneulich” meisterhaft zur strukturierung seiner anekdoten benutzt, sie mit seiner hilfe in einem zustand des unfassbaren schweben lässt, der sich nicht mit profanen kleinigkeiten wie uhr- oder jahreszeit belastet. die dinge sind passiert, “hierneulich” eben. mein großvater schwebt auch, glaube ich.

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